Basierend auf Beweisen

CBD bei neuropathischen Schmerzen: Aktuelle Forschung & Erkenntnisse

Nervenschmerzen oder auch neuropathische Schmerzen sind unglaublich schwer zu behandeln. Nur bei etwa 40 bis 60 % der Betroffenen, können die Symptome durch konventionelle Behandlungen teilweise gelindert werden. CBD bietet nachweislich ein breites Spektrum an Vorteilen bei neuropathischen Schmerzen.

Artikel von
Justin Cooke , vor 5 Monaten gepostet

Der menschliche Körper ist voller Rezeptoren, die mit dem Gehirn verbunden sind. Sie erfassen Temperaturen, Berührungen und Verletzungen des Gewebes, und leiten diese Informationen zur weiteren Verarbeitung an das Gehirn.

Nervenschmerzen können als Folge von Schäden an den Nerven oder Schmerzrezeptoren auftreten.

Es gibt nicht viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten bei neuropathischen Schmerzen, abgesehen von starken verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln. Diese können unangenehme Nebenwirkungen haben und machen außerdem schnell abhängig. Neuropathische Schmerzen sind sehr schwer zu behandeln und nur bei etwa 40 bis 60 % der Betroffenen können die Symptome durch konventionelle Behandlungen zumindest teilweise gelindert werden [1].

CBD hat sich in letzter Zeit zu einer beliebten Behandlungsmöglichkeit bei neuropathischen Schmerzen entwickelt, da es ähnlich wirkt wie pharmazeutische Schmerzmittel. Es macht allerdings nicht abhängig und hat bei Einnahme der Standarddosierung wenige bis gar keine Nebenwirkungen.

Wir werden hier darüber sprechen, warum CBD bei neuropathischen Schmerzen so hilfreich ist, wie man es effektiv nutzt und welche anderen Maßnahmen Sie ergreifen können, um die Aussichten auf eine Linderung Ihrer Schmerzen zu verbessern.

Fangen wir also an!

  • Inhaltsübersicht

Zusammenfassung: Anwendung von CBD bei neuropathischen Schmerzen

CBD und andere Cannabinoide bieten Linderung bei neuropathischen Schmerzen unterschiedlicher Ursachen [2, 3].

Obwohl weitere Untersuchungen notwendig sind, um genauer zu verstehen, wie CBD bei Nervenschmerzen hilft, gibt es bekannte Wechselwirkungen zwischen diesem Wirkstoff und der Gesundheit von Nervenzellen. 

CBD wirkt zuerst einmal überwiegend innerhalb des Endocannabinoid-Systems. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von Rezeptoren und Eicosanoiden (Endocannabinoide genannt), welche die Homöostase im Körper regeln. Es gibt auf jedem Organ im menschlichen Körper Endocannabinoid-Rezeptoren. Am höchsten konzentriert sind sie jedoch im zentralen Nervensystem.

Das Endocannabinoid-System funktioniert ähnlich wie “Lesebestätigungen” bei Textnachrichten.

Wenn die Nerven eine Nachricht senden, bestätigt die empfangende Nervenzelle über das Endocannabinoid-System dem sendenden Nerv, dass die Nachricht eingegangen ist. Dieses System ermöglicht es, dass das gesamte Nervensystem sich selbst ständig Rückmeldung gibt und verhindert somit, dass dieselbe Nachricht mehr als einmal versendet wird. Und das ist genau das, was bei neuropathischen Schmerzen passiert.

CBD stärkt das Endocannabinoid-System, indem es verhindert, dass die wichtigsten Endocannabinoid-Verbindungen zu schnell abgebaut werden. Dadurch arbeitet das Endocannabinoid-System effektiver und die Wahrscheinlichkeit, dass falsche Schmerzsignale an das Gehirn übermittelt werden, verringert sich. 

Andere Vorteile sind eine direkte Blockade des Schmerzes durch die Vanilloid-Schmerzrezeptoren [4] sowie eine Linderung von Begleitsymptomen wie Depressionen, Entzündungen und Angststörungen.

Was sind neuropathische Schmerzen?

Neuropathische Schmerzen sind Schmerzen, die durch Schädigung oder Funktionsstörungen der Nerven oder der somatischen Sensoren, die man im ganzen Körper findet, entstehen.

Alle Schäden oder Funktionsstörungen der Nerven oder des Gewebes der Rezeptoren können dazu führen, dass Schmerzsignale an das Gehirn übermittelt werden. Diese Signale warnen den Körper vor echten Schäden oder Beeinträchtigungen, aber sie können auch durch falsche Botschaften ausgelöst werden, die an das Gehirn gesendet werden. In solch einem Fall wird das Gehirn vor Schäden gewarnt, die gar nicht existieren. Dadurch sind neuropathische Schmerzen schwierig zu behandeln, insbesondere wenn die genaue Ursache unbekannt ist.

Es gibt verschiedene Arten von neuropathischen Schmerzen, abhängig davon, welche Nerven betroffen sind.

1. Zentrale neuropathische Schmerzen

Jeder Teil des Nervensystems innerhalb des Gehirns und des Rückenmarks gehört zum zentralen Nervensystem. Es wird durch eine semipermeable Schranke vom peripheren Nervensystem getrennt. Diese wird Blut-Hirn-Schranke genannt.

Zentraler neuropathischer Schmerz ist daher ein Schmerz, der von Nerven innerhalb des zentralen Nervensystems ausgeht.

Sie werden durch folgende Erkrankungen ausgelöst:

2. Periphere neuropathische Schmerzen

Das periphere Nervensystem macht alle Teile des Nervensystems aus, die sich außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks befinden. Dazu zählen alle Nerven in den Extremitäten, in der Bauchhöhle, den Beinen und im Gesicht.

Wenn diese Nerven geschädigt werden, dann verläuft der Reparaturvorgang oftmals nicht wie geplant. Anstatt dass der Nerv wieder zu dem wird, was er vor der Schädigung war, wird er ungewöhnlich empfindlich und sendet auch Schmerzsignale an das Gehirn, wenn es nicht notwendig ist.

Die ursprüngliche Verletzung kann viele verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen überwiegend traumatische Verletzungen oder bestimmte Viren, die die Nervenzellen direkt angreifen, wie es zum Beispiel bei Herpes oder Gürtelrose der Fall ist.

Diese Art von Schmerz wird durch folgende Erkrankungen ausgelöst:

3. Mischform: Peripherer und zentraler neuropathischer Schmerz  

Gemischte neuropathische Schmerzen werden durch Nerven ausgelöst, die man sowohl im zentralen Nervensystem als auch im peripheren Nervensystem findet. 

Ursachen für gemischte neuropathische Schmerzen sind:

  • Krebs
  • Behandlungen mit Chemotherapie
  • HIV und andere Virusinfektionen
  • Vergiftung mit Schwermetallen

Ursachen für neuropathische Schmerzen

Neuropathische Schmerzen werden durch Schädigungen oder Beeinträchtigungen von Nervenzellen verursacht. Es gibt viele Ursachen für Nervenschäden im Körper, wie zum Beispiel:

  • Multiple Sklerose
  • Varizella-Zoster-Infektion
  • Epstein-Barr-Virus-Infektion (EBV)
  • Traumatische Verletzungen 
  • Trigeminusneuralgie

Behandlung von neuropathischen Schmerzen

  • Antidepressiva (SSRI, SNRI und trizyklische Antidepressiva)
  • Opiathaltige Schmerzmittel (Morphium, Fentanyl, Tramadol und Methadon)
  • Chirurgische Nervenblockade (nur bei schweren Fällen)
  • Capsaicin
  • Topische Schmerzmittel (Lidocaine)

In welcher Form sollte ich CBD verwenden?

CBD ist in allen möglichen Formen erhältlich. Nicht alle helfen bei allen Beschwerden. 

1. CBD-Öle und Tinkturen

CBD-Öle und Tinkturen sind die einfachste Art CBD anzuwenden. Sie müssen nur die gewünschte Dosis abmessen (mehr dazu später) und in Ihren Mund geben. Sie können das Öl oder die Tinktur entweder unter ihre Zunge geben, damit es schneller in den Blutkreislauf gerät, oder sie können es direkt herunterschlucken. Beides funktioniert.    

2. CBD-Kapseln

CBD-Kapseln sind eine weitere ausgezeichnete Dosierungsmöglichkeit, die Sie ausprobieren können. Kapseln sind klein und leicht zu transportieren. Sie enthalten CBD in Standarddosierungen und haben eine sehr gute Bioverfügbarkeit. Sie sind außerdem eine sehr gute Alternative für Menschen, die den Geschmack von CBD-Ölen nicht mögen. Denn diese können manchmal einen erdigen, recht unangenehmen Geschmack haben.

3. Topische CBD-Produkte

CBD-Topika sind eine weitere gute Option, machen aber nur Sinn, wenn die Quelle des neuropathischen Schmerzes in der Nähe der Hautoberfläche liegt. Es wird empfohlen, Topika gemeinsam mit CBD-Formen zur Einnahme zu verwenden, wie zum Beispiel Kapseln, Esswaren oder Öle. Der Grund dafür ist, dass die Cannabinoide in topischen CBD-Produkten das Rückenmark und das Gehirn nicht erreichen können und gerade hier ist bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen die beste Schmerzlinderung zu erwarten.

4. CBD-Esswaren 

CBD-Esswaren, einschließlich Gummibonbons oder Gebäck, sind mit Sicherheit eine Art der CBD-Anwendung, die Spaß macht. Die darin enthaltene Dosierung ist allerdings oftmals Schwankungen unterworfen (mit Ausnahme von Gummibonbons). Die angegebenen Dosen beruhen auf Schätzungen, wodurch der eigentliche CBD-Gehalt stark variieren kann.

Daher empfehlen wir, sich nicht nur auf CBD-Esswaren zu verlassen, wenn Sie ihre tägliche CBD-Dosis wegen neuropathischen Schmerzen zu sich nehmen wollen.

Welche CBD-Dosis wird empfohlen? 

Neuropathische Schmerzen sind äußerst schwierig zu behandeln, daher empfiehlt es sich höhere Dosierungen von CBD zu wählen. Die meisten Untersuchungen haben gezeigt, dass CBD erst dann eine Wirkung zeigt, wenn eine sehr hohe Dosis eingenommen wird. 

Aus diesem Grund ist es eine gute Idee, wenn Sie Ihre Dosis selbst ermitteln, sodass Sie wissen, was für Sie und Ihre Symptome am besten geeignet ist.

Fangen Sie klein an und steigern Sie Ihre Dosis täglich, bis Sie entweder eine Linderung Ihrer Beschwerden feststellen (dann haben Sie die für Sie geeignete Dosis gefunden) oder bis Sie Nebenwirkungen spüren. Wenn bei Ihnen Nebenwirkungen auftreten, dann ist es erforderlich, dass Sie die Dosis reduzieren, und zwar so weit, bis die Nebenwirkungen wieder verschwunden sind. Wenn Sie bei dieser Dosis immer noch keinerlei Linderung Ihrer Symptome erleben, sollten Sie wahrscheinlich CBD mit anderen Formen des Schmerzmanagements kombinieren. Dazu sollten Sie aber vorher unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Dennoch haben wir einen allgemeinen Dosierungsleitfaden für Menschen zusammengestellt, die sich unsicher sind, wo sie anfangen sollen.

Berechnung der CBD-Dosierung nach Körpergewicht

  Geringe Stärke Mittlere Stärke Hohe Stärke
Metrisch (Kilogramm) 1 mg alle 4,5 kg 3 mg alle 4,5 kg 6 mg alle 4,5 kg
Imperial (Pfund) 1 mg alle 10 lbs 3 mg alle 10 lbs 6 mg alle 10 lbs

Anhand dieser allgemeinen Richtlinien können Sie grob ermitteln, welche Dosis Sie wahrscheinlich benötigen werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei lediglich um Empfehlungen handelt, und dass Ihre individuelle Dosis variieren kann, und zwar stark. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen, die von neuropathischen Schmerzen betroffen sind, täglich CBD-Dosen von bis zu 600 mg einnehmen.

Tägliche CBD-Dosis nach Gewicht und Stärke (in mg)

Gewicht (kg)Geringe StärkeMittlere StärkeHohe Stärke
45 kg 10 mg30 mg 60 mg
56 kg13 mg38 mg 75 mg
68 kg15 mg45 mg 90 mg
79 kg17 mg52 mg105 mg
90 kg20 mg60 mg120 mg
102 kg22 mg67 mg135 mg
113 kg25 mg75 mg150 mg

Mögliche Nebenwirkungen von CBD

Obwohl sich CBD immer wieder als absolut sicher herausgestellt hat, ist es wichtig, sich über etwaige Nebenwirkungen bewusst zu sein, die bei der Einnahme auftreten können. Jeder Mensch ist anders, und was für den einen funktioniert, muss nicht genauso auf den anderen wirken. 

Dies sind einige der häufigsten Nebenwirkungen von CBD:

  • Appetitunterdrückung
  • Durchfall 
  • Benommenheit
  • Mundtrockenheit
  • Schwindel
  • Langsamer Herzschlag
  • Sedierung

Gesamturteil: Anwendung von CBD bei neuropathischen Schmerzen

Die Ursachen für neuropathische Schmerzen können von neurologischen Problemen, wie z. B. Multipler Sklerose oder Schlaganfall, bis hin zu Nährstoffmangel und Diabetes reichen.

Egal, was die Ursache für den neuropathischen Schmerz ist, die positive Wirkung von CBD bleibt überwiegend dieselbe.

CBD kann bei neuropathischen Schmerzen auf folgende Weise helfen:

  • Lässt den Anandamidspiegel ansteigen
  • Aktiviert die Vanilloid-Rezeptoren
  • Hemmt Entzündungen, die neuropathische Schmerzen auslösen können
  • Aktiviert leicht die Opioid-Rezeptoren in Rückenmark und Gehirn

Bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen wird in der Regel die Einnahme einer höheren Dosis empfohlen. Die kann allerdings von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Bei der Ersteinnahme von CBD ist es immer eine gute Idee, niedrig zu beginnen und die Dosis dann mit der Zeit langsam zu steigern, bis sich die gewünschte Wirkung einstellt.

Referenzen

  1. Dworkin, R. H., O’connor, A. B., Backonja, M., Farrar, J. T., Finnerup, N. B., Jensen, T. S., … & Portenoy, R. K. (2007). Pharmacologic management of neuropathic pain: evidence-based recommendations. Pain, 132(3), 237-251.
  2. Leung, L. (2011). Cannabis and its derivatives: review of medical use. The Journal of the American Board of Family Medicine, 24(4), 452-462.
  3. Grotenhermen, F., & Müller-Vahl, K. (2012). The therapeutic potential of cannabis and cannabinoids. Deutsches Ärzteblatt International, 109(29-30), 495.
  4. Bisogno, T., Hanuš, L., De Petrocellis, L., Tchilibon, S., Ponde, D. E., Brandi, I., … & Di Marzo, V. (2001). Molecular targets for cannabidiol and its synthetic analogues: effect on vanilloid VR1 receptors and on the cellular uptake and enzymatic hydrolysis of anandamide. British journal of pharmacology, 134(4), 845-852.

Beschwerden die auf Cannabidiol ansprechen können