Basierend auf Beweisen

CBD und Anorexie: Aktuelle Forschung & Erkenntnisse

Kann CBD-Öl bei der Behandlung von Anorexie helfen? Diese Art der Essstörung ist eine komplexe psychische Erkrankung mit ernsthaften Folgen. CBD-Öl wirkt nachweislich appetitanregend, lindert Ängste und Depressionen und verbessert die Stimmung. Lesen Sie hier, wie es wirkt.

Artikel von
Justin Cooke , vor 4 Monaten gepostet

Laut Daten, der Nationalen Gesellschaft für Essstörungen (National Eating Disorder Association), leiden allein in den USA etwa 30 Millionen Menschen an einer Essstörung wie Anorexie.

Diese Essstörung kann schwere Schäden im Körper anrichten, da es dabei zu einem erheblichen Nährstoffmangel kommt.

Im Vergleich mit anderen psychischen Krankheiten hat Anorexie (oder Magersucht) eine der höchsten Sterblichkeitsraten. Bei der Behandlung von Anorexie sollten sowohl psychologische als auch körperliche Probleme angegangen werden.

Medikamente sind nicht immer die beste Antwort, wenn es um die körperliche Gesundheit geht. Daher ist wichtig, neue effektive Methoden zu finden, wie man bei den Betroffenen das Verlangen nach Essen und das Hungergefühl verbessern kann.

Wir werden hier darüber sprechen, wie CBD-Öl den Appetit anregen kann, und wie es die Folgen, mit denen der Körper aufgrund der Krankheit zu kämpfen hat, lindern kann.

Wir werden außerdem über unsere Top 3 CBD-Öle sprechen und Ihnen erklären, wie Sie noch heute damit anfangen können. 

  • Inhaltsübersicht

Was ist Anorexie?

Anorexie ist die Bezeichnung für die medizinische Störung, bei der die Betroffenen bewusst ihre eigene Energiezufuhr einschränken, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. 

Die Krankheit wird häufig mit Körperdysmorphie in Verbindung gebracht: Eine psychische Krankheit, bei der die Betroffenen besessen von körperlichen Unvollkommenheiten sind, die objektiv überhaupt nicht existieren.

Sie kommt tritt häufig bei Menschen auf, die an Angststörungen und geringem Selbstbewusstsein leiden. Aber es ist wichtig zu erwähnen, dass die Krankheit sehr viel komplizierter ist als es sich anhört. 

Menschen mit Anorexie haben oftmals Probleme, die der Krankheit zugrunde liegen und diese antreiben. Zum Beispiel: 

  • Panische Angst vor einer Gewichtszunahme
  • Gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers
  • Soziale Angststörung
  • Depressionen
  • Missbrauch in der Vergangenheit
  • Soziale Isolation

Viele der von dieser Krankheit Betroffenen nehmen sich als übergewichtig wahr, auch wenn sie bereits gefährlich untergewichtig oder unterernährt sind.

Die Anzeichen & Symptome von Anorexie

  • Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruationsblutung)
  • Anämie
  • Brüchige Nägel
  • Verstopfung
  • Flüssigkeitsmangel
  • Schwindel
  • Trockene Haut
  • Erschöpfung
  • Haarausfall
  • Herzkrankheiten
  • Nierenversagen
  • Leberschäden
  • Niedriger Blutdruck
  • Osteoporose
  • Schwaches Immunsystem
  • Schlechte Wundheilung
  • Krampfanfälle
  • Ernsthafter Gewichtsverlust

Risikofaktoren für Anorexie

Da es sich bei der Anorexie um eine psychische Störung handelt, sind die Ursachen, die zu dieser Erkrankung führen, vielschichtig und können von Mensch zu Mensch variieren.

Einige Ursachen sind:

  • Geringes Selbstbewusstsein
  • Genetische Faktoren 
  • Zwangsstörungen (OCD)
  • Depressionen
  • Mobbing
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Angststörungen
  • Missbrauch in der Familie

Konventionelle Hilfe bei Anorexie

Anorexie ist in erster Linie eine psychische Erkrankung, daher sind die am häufigsten verordneten Therapieformen angstlösende Medikamente, Antidepressiva und regelmäßige Therapiestunden.

Das primäre Ziel der Behandlung ist es, sich mit den zugrunde liegenden Probleme wie mangelndes Selbstbewusstsein, Depression und Angstzuständen auseinander zusetzen.

Wenn Sie an Magersucht leiden, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt und suchen Sie sich professionelle Hilfe. Denken Sie daran, dass Sie nicht allein sind. Es gibt diverse Hilfsangebote im Internet und vor Ort. 

Wie CBD-Öl bei Anorexie hilft

Es gibt eine Reihe pflanzlicher Ergänzungsmittel, die bei Anorexie helfen können, indem Sie die Ausschüttung der mit Hunger und Sättigung verbundenen Hormone erhöhen.

Die vielleicht wichtigste Möglichkeit ist Cannabis.

Sie kennen sicher das bekannte Klischee von Leuten, die Marihuana rauchen:

Sie essen EINE MENGE.

Und da ist tatsächlich etwas Wahres dran. 

Viele der in der Cannabispflanze enthaltenen Cannabinoide, vor allem THC, steigern nachweislich das Hungergefühl.

Das Problem ist nur, dass Cannabis immer noch in vielen Ländern und US-Staaten verboten ist, denn das wichtigste Cannabinoid THC ist für die psychoaktive Wirkung von Cannabis verantwortlich. Aus diesem Grund haben die meisten CBD-Öle am Markt einen THC-Anteil von weniger als 0,3%.

Aber seien Sie unbesorgt! CBD-Öl kann ihnen auf mehr als eine Weise dabei helfen, die Symptome von Anorexie zu lindern:

1. Verbesserung der Stimmung

CBD-Öl ist überraschend vielseitig, was seine stimmungsaufhellende Wirkung betrifft.

Das ist wichtig, denn ein negativer Gemütszustand wird häufig als einer der Hauptauslöser von Anorexie angesehen.

Antidepressiva wie SSRI oder SNRI sind eine beliebte Wahl bei Ärzten, die Patienten mit dieser Krankheit behandeln. 

Im Fall der Cannabispflanze kommt die signifikanteste Wirkung vom CBD selbst, welches nachweislich depressive Symptome bei Tieren gelindert hat [3].

Auch über andere in Vollspektrum-Ölen enthaltene Substanzen wie Terpene (Borneol, Eukalyptol, Limonene, Beta-Caryophyllen und d-Linalool) wird berichtet, dass sie zusätzlich eine antidepressive und stimmungsaufhellende Wirkung haben.

Weitere Cannabinoide, wie zum Beispiel Cannabichromen (CBC), haben ebenfalls eine antidepressive Wirkung gezeigt [4].

CBC ist wie CBD nicht-psychoaktiv und es ist das Cannabinoid, das in der Pflanze am dritthäufigsten vorkommt.

Obwohl viele Forscher der Ansicht sind, dass dieses Cannabinoid, bei Problemen mit der Stimmung und bei Entzündungen, medizinisch sogar relevanter ist als CBD, wurden bisher so gut wie keine größer angelegten Forschungsstudien zu diesem Thema veröffentlicht.

2. Regt den Appetit an

Wir können bei Anorexie große Veränderungen bei den Hormonen beobachten, die den Appetit regeln.

Normalerweise, wenn wir eine Mahlzeit zu uns nehmen, schütten unsere Fettzellen ein Hormon namens Leptin aus. Dieses Hormon dämpft unseren Appetit und signalisiert uns, das wir satt sind. 

Umgekehrt gibt es ein anderes Hormon namens Ghrelin, das uns hungrig macht. 

Menschen mit Anorexie haben häufig ein funktionsgestörtes Gleichgewicht der Hunger-Hormone. Sie fühlen sich satt, obwohl sie einen Bärenhunger haben müssten. 

Die Cannabinoide, insbesondere THC, kurbeln das Hungergefühl an, in dem sie im Hypothalamus im Gehirn den “Hunger-Schalter umlegen” [7]. Sie erhöhen außerdem die Produktion von Ghrelin, dem Hormon das für das Hungergefühl verantwortlich ist [8].

THC wirkt in diesem Bereich des Gehirns durch seine CB1-Rezeptoren [5]. Diese Rezeptoren regulieren eine große Bandbreite von Funktionen im Körper und kommen im Hypothalamus besonders oft vor.

CBD und Appetit

Entgegen der weit verbreiteten Annahme steigert CBD nicht den Appetit. Tatsächlich wirkt es genau umgekehrt und hemmt den allgemeinen Appetit.

Ich weiß, was sie jetzt denken:

“Sollte man es dann nicht bei Menschen die an Anorexie leiden meiden?!”

So einfach ist das nicht. 

CBD hat gezeigt, dass, wenn man es isoliert einnimmt, den Appetit mindert. Deshalb ist es wichtig sich von CBD-Isolaten (Produkte die NUR CBD enthalten) fernzuhalten.

Auf der anderen Seite hat CBD gezeigt, dass es die Wirkung von THC, inklusive seines appetitanregenden Effektes, verstärken kann. Eine Kombination beider Cannabinoide ist somit umso besser geeignet den Appetit anzuregen.

Wir empfehlen daher immer Cannabis-Öle, die als “Vollspektrum” gelten. Selbst wenn der THC-Gehalt sehr gering ist, sind diese bei der Behandlung von Anorexie wirksamer als CBD-Öle, die gar kein THC enthalten.

Wenn Sie in einem US-Staat oder einem Land leben, in dem sämtliche Arten von Cannabis-Öl legal sind, suchen Sie sich am besten ein Öl mit einem 1:1 Verhältnis von THC und CBD.

3. Lindert Stress und Ängste

Wenn Sie CBD-Öl oder andere Cannabis-Öle bei Anorexie verwenden, dann gibt es einen weiteren wichtigen Aspekt, auf den Sie achten sollten.

CBD wirkt nachweislich angstlösend [6], was für Menschen mit Anorexie sehr hilfreich ist. 

Der medizinische Fachbegriff für Magersucht lautet “Anorexia nervosa”. Der Teil “nervosa” im Namen bezieht sich tatsächlich auf die nervöse und ängstliche Art der Menschen, die an dieser Störung leiden.

CBD-Öle mit einem hohen CBD-Anteil helfen hier sehr gut. 

Und an dieser Stelle wird es ein bisschen verwirrend. 

Das Problem ist folgendes: CBD eignet sich besser wegen seiner antidepressiven und angstlösenden Wirkung, aber der THC Anteil eignet sich wesentlich besser zur Appetitanregung.

Leider hemmt CBD den Appetit und THC kann Ängste auslösen… was ist also die Antwort?

Wann immer Sie CBD-Öl bei Anorexie einnehmen, ist es wichtig, dass über einen hohen Anteil von CBD die Nebenwirkungen von THC unterdrückt werden. Es ist daher hilfreich, aber nicht zwingend notwendig, zumindest ein wenig THC in der Mischung zu haben. 

Ein perfektes Verhältnis liegt irgendwo zwischen 2:1 und 1:1 CBD:THC.

Und denken Sie daran: Wählen Sie immer ein Vollspektrum-CBD-Produkt.

Forschungsstudien zu THC & Anorexie

Eine klinische Studie der Phase II mit 18 Patienten, die unter einer Anorexie litten, die wiederum im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung stand, ergab, dass THC den Appetit bei 13 der Patienten signifikant steigern konnte [1].

Andere Studien haben gezeigt, dass THC bei AIDS-Patienten sowie bei Krebs-Patienten appetitanregend wirken kann [2].

Es ist sehr viel Forschung zur appetitanregenden Wirkung von THC verfügbar, aber wie bereits erwähnt, ist es überaus wichtig, dass wir die angstauslösende Wirkung dieses Cannabinoids bei Menschen mit Anorexie berücksichtigen.

Daher empfehlen wir immer ein CBD-THC-Verhältnis von mindestens 1:1 oder aber einen höheren Anteil an CBD.

Es wird dennoch eine appetitanregende Wirkung einstellen und Menschen mit Anorexie dabei helfen, die Motivation zu finden, mehr zu essen und langsam eine Genesung von der Krankheit anzusteuern. 

Wie wendet man CBD-Öl bei Anorexie an?

Wir empfehlen, dass Sie zunächst einen Extrakt finden, der sowohl THC als auch CBD enthält. Natürlich nur, wenn es dort, wo Sie leben, legal ist. Der Grund dafür ist, dass beide Cannabinoide bei Anorexie ihre ganz eigene Wirkung mitbringen. 

Wenn Cannabis-Öle mit THC in ihrem Land nicht legal sind, dann ist das kein Problem, denn CBD bietet viele der gleichen Vorteile.

Meiden Sie CBD-Isolate und wählen Sie stattdessen einen Vollspektrum-Extrakt, um zu vermeiden, dass Ihr Appetit noch weiter gehemmt wird. 

Wenn Sie CBD zum ersten Mal einnehmen, dann ist es sinnvoll mit einer geringen Dosis zu beginnen, und die Dosis dann langsam zu erhöhen.

Versuchen Sie es anfangs mit etwa 4 mg CBD und arbeiten Sie sich jeden Tag um weitere 4 mg nach oben, bis Sie die gewünschte Wirkung spüren oder sich Nebenwirkungen einstellen.

Wenn sie Nebenwirkungen bemerken, verringern Sie einfach am nächsten Tag wieder die Dosis.

Suchen Sie sich professionelle Hilfe, bevor Sie CBD ausprobieren

Natürlich wird die Einnahme von CBD-Öl an sich nicht ausreichen um Anorexie zu heilen.

Es SEHR wichtig, dass Sie, bei Problemen mit Ihrem Selbstbewusstsein und bei Depressionen, regelmäßig mit einem Therapeuten sprechen. Machen Sie außerdem einen Termin bei einem Ernährungswissenschaftler- oder Berater, um Ihre Nahrungsaufnahme zu überwachen. So kann Ihnen geholfen werden Ihre Symptome zu beseitigen und Ihr Körper wieder gesund werden.

Referenzen

  1. Nelson, K., Walsh, D., Deeter, P., & Sheehan, F. (1994). A phase II study of delta-9-tetrahydrocannabinol for appetite stimulation in cancer-associated anorexia. Journal of palliative care.
  2. Misner, D. L., & Sullivan, J. M. (1999). Mechanism of cannabinoid effects on long-term potentiation and depression in hippocampal CA1 neurons. Journal of Neuroscience, 19(16), 6795-6805.
  3. R de Mello Schier, A., P de Oliveira Ribeiro, N., S Coutinho, D., Machado, S., Arias-Carrión, O., A Crippa, J., … & C Silva, A. (2014). Antidepressant-like and anxiolytic-like effects of cannabidiol: a chemical compound of Cannabis sativa. CNS & Neurological Disorders-Drug Targets (Formerly Current Drug Targets-CNS & Neurological Disorders), 13(6), 953-960.
  4. De Petrocellis, L., Orlando, P., Moriello, A. S., Aviello, G., Stott, C., Izzo, A. A., & Di Marzo, V. (2012). Cannabinoid actions at TRPV channels: effects on TRPV3 and TRPV4 and their potential relevance to gastrointestinal inflammation. Acta physiologica, 204(2), 255-266.
  5. Kirkham, T. C. (2005). Endocannabinoids in the regulation of appetite and body weight. Behavioral Pharmacology, 16(5-6), 297-313.
  6. Crippa, J. A. S., Derenusson, G. N., Ferrari, T. B., Wichert-Ana, L., Duran, F. L., Martin-Santos, R., … & Filho, A. S. (2011). Neural basis of anxiolytic effects of cannabidiol (CBD) in generalized social anxiety disorder: a preliminary report. Journal of Psychopharmacology, 25(1), 121-130.
  7. Patel, S., & Cone, R. D. (2015). Neuroscience: A cellular basis for the munchies. Nature, 519(7541), 38.
  8. Kola, B., Hubina, E., Tucci, S. A., Kirkham, T. C., Garcia, E. A., Mitchell, S. E., … & Korbonits, M. (2005). Cannabinoids and ghrelin have both central and peripheral metabolic and cardiac effects via AMP-activated protein kinase. Journal of Biological Chemistry, 280(26), 25196-25201

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